#1 Transformers-The Game von Admin 29.07.2007 23:56

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Beschütze oder Vernichte

Es war die einzige Warnung, die wir je bekommen haben. So kündigt der Kinotrailer die Ankunft der Transformers an. In Transformers - The Game sind wir selbst Teil der Schlacht auf dem Planeten Erde. Activision hat sich die Rechte an diesem Szenario gesichert und bringt den Kampf zwischen Autobots und Decepticons direkt auf die Playstation 3.


Es war einmal

Vor vielen, vielen Jahren kämpften auf dem weit entfernten Planeten Cybertron die Roboter der Autobots gegen die Roboter der Decepticons. Ziel der Kämpfe war es, ein mächtiges Artefakt in den Besitz zu bekommen. Dieser Allspark ist die Grundlage des Lebens der Transformer. Die Autobots wollen das Artefakt um jeden Preis beschützen während die Decepticons seine unglaubliche Macht für böse Zwecke nutzen wollen. Als die Kämpfe für die Autobots schon fast verloren waren, war ihre letzte Rettung, den Allspark weit weg zu bringen. Auf der Erde war dieses mächtige Artefakt viele Jahre sicher. Nun haben die Decepticons seinen Standort ausgemacht und treffen sich für einen letzten Showdown mit den Autobots auf unserem blauen Planeten.


Die dunkle Seite der Macht

Am Anfang des Spiels steht die Auswahl der Partei auf dem Programm, für die wir in den Krieg ziehen wollen. Wir wählen die Autobots, um Menschen und Allspark zu schützen oder die Decepticons, um die Weltherrschaft an uns zu reißen. Das Spiel hat also zwei Einzelspielerkampagnen und das ist auch gut so. Denn außer diesen beiden Missionen gibt es leider keine Möglichkeit den Kampf der Roboterwesen auszutragen. Das übersichtliche Menü lässt sämtliche Zweifel verschwinden. Es ist kein Multiplayermodus vorhanden. Mit den Kämpfen der verschiedenen Fraktionen hat man aber vorerst genug zu tun. Das hochauflösende Intro lässt auf ein actiongeladenes Spiel hoffen und stellt gleich klar, dass keine der beiden Parteien zimperlich mit den Bewohnern dieses Planeten umgeht. Die Aufgaben der Fraktionen sind das ganze Spiel hindurch klar definiert. Autobots müssen unter dem Handicap möglichst zivile Opfer zu vermeiden, die Angriffe der Decepticons zurück schlagen. Die Angreifer haben’s da einfacher. Sie müssen praktisch alles dem Erdboden gleich machen. Viel anspruchsvolle Geschichte mit spannenden Wendepunkten und neuen Erkenntnissen bietet Transformer – The Game eigentlich nicht. Kenner des kommenden Kinofilms und der dazugehörigen Comics können sich das wohl denken. Das Spiel ist eine Mischung aus Actionshooter und Prügelspiel. Da muss nicht viel erklärt werden. Dafür sind die Waffen vielseitig. Als Auto, Helikopter oder Jet bewegt man sich schnell zum nächsten Einsatzort, drückt die Dreieckstaste und schon verwandelt sich das Gefährt in einen mächtigen Kampfroboter. Die Möglichkeiten, den Feind zu bekämpfen, sind vielseitig. Entweder bedient man sich der üppigen Feuerkraft der Transformer oder man langt einfach mit den bloßen Stahlfäusten hin. Wem das nicht genug ist, der kann sich auch der überall umher fahrenden Autos der Menschen bedienen. Ein Druck auf die Kreistaste und man hebt den nächst besten Krankenwagen auf. Mittels eines weiteren Tastendrucks schleudert der Roboter das Gefährt dann in die gewünschte Richtung, wo es sich beim Aufprall mit einer gewaltigen Explosion verabschiedet. Es gibt also genug Möglichkeiten sich die Feinde vom Hals zu schaffen.




Freie Auswahl

Die Steuerung kann nach eigenem Belieben erfolgen. Entweder klassisch über die Analogsticks oder mittels der Bewegungssensoren des Sixaxis Controllers. Zweites funktioniert überraschend gut. Während bei so manch einem anderen Spiel die Einbindung der neuen Steuerung als gescheiterter Versuch abgetan werden kann, überzeugt Transformers durch eine gute Steuerung mittels Sensortechnik. Die Fluggefährte lassen sich butterweich über den Monitor manövrieren. Ein bisschen Übung muss allerdings schon in die neue Fortbewegungstechnik investiert werden. Wer dazu keine Lust hat, kann genauso gut über die Analogsticks steuern. Beides funktioniert wunderbar. Rast man mit seinem Roboter im Fahrzeugmodus durch die Straßen, gibt’s Punkte fürs Driften. Der Abschuss der Waffen und das Blocken gegnerischer Faustangriffe erfolgt über die Schultertasten und mit den Aktionstasten wird geworfen, gesprungen und zwischen Roboter- und Fahrzeugmodus gewechselt. Als Auto kann man sogar den Schub mittels Nitro beschleunigen. Parallelen zu anderen Konsolenspielen sind rein zufällig und vom Hersteller natürlich nicht gewollt. Das Spiel läuft durchgehend flüssig. Selbst wenn die ganze Umgebung gerade in Flammen aufgeht bleibt die Framerate konstant. Die Wechsel zwischen Fahrzeug und Roboter sind das beste Beispiel dafür. Wechselt man aus voller Fahrt in den Kampfmodus geschieht dies ohne Zögern und der Transformer braucht noch ein, zwei Schritte um endgültig zum Stehen zu kommen. Das sieht klasse aus! Selbst die Fußabdrücke der riesigen Maschinen, wenn sie über den Asphalt laufen sind realistisch. Feuer und Qualm sehen gut aus und die Explosionen und das dazugehörige Wegschleudern der Überreste der Fahrzeuge werden physikalisch korrekt dargestellt. Im Anschluss daran wird auch ein schöner Explosionskrater auf der Straße hinterlassen. Beim Auftauchen der Roboter verlassen die Menschen panisch ihre Fahrzeuge und fliehen in alle Himmelsrichtungen. Die offensichtliche Überraschung und Panik der Bewohner vermittelt ein realistisches Szenario. Die Herkunft der Thematik aus den Comicheften lässt sich allerdings nicht verleugnen. Insgesamt passt der Slogan „Better than Reality“ nicht auf dieses Spiel. Es ist zwar alles ganz nett anzusehen, so richtiges Next-Gen-Feeling kommt aber leider nicht auf. Ein bisschen mehr Mühe hätten sich die Entwickler auch bei den Videosequenzen im Spiel geben können. Diese reichen teilweise lange nicht an die Qualität des Intros und teilweise noch nicht einmal an den Rest des Spiels heran. Manche der Filmchen sind auch überflüssig, weil sie die Handlung kein Stück voran bringen und man dafür zwar eine kurze aber nervige Ladeunterbrechung hinnehmen muss. Die fast komplette Zerstörbarkeit und die vielen Interaktionsmöglichkeiten mit Fahrzeugen, Müllcontainern und anderen herum stehenden Gegenständen lassen das allerdings verzeihen. Nach Abschluss der einzelnen Kapitel werden im Menü Filme wie zum Beispiel der Kinotrailer und viele nette Bonusbilder frei geschaltet. Der Sound ist nicht zu verachten. Das Spiel ist komplett in Deutsch gehalten. Die Hinweise und Kommandos der Befehlszentrale werden über Funk von authentischen Sprechern übertragen. Die Schüsse, Explosionen und Schritte der Riesenblechdosen passen zum Rest des Spiels. Allenfalls die Hintergrundmusik wirkt auf die Dauer ein wenig einschläfernd.


Leichte Kost

Activision hat mit Transformers – The Game eine würdige Kinoumsetzung geschaffen. Auch jeder, der die Comics liest, wird sich sofort wohl fühlen. Diejenigen, die mit der Story nichts anfangen können, sollten trotzdem einen Blick auf das Spiel werfen, wenn sie Freunde von Actionshooter und Prügelspiel sind. Davon bietet Transformers eine gesunde Mischung, die zwar nicht überragend aussieht, sich aber intuitiv und flüssig spielen lässt. Man sollte halt nicht vergessen, wo die Story ihre Wurzeln hat. Die frei begehbaren Städte lassen dafür teilweise richtiges GTA-Feeling aufkommen, wenn man seinen Roboter im Fahrzeugmodus durch die Straßen manövriert. Schade, dass dieses nicht mit Freunden oder Online möglich ist. Sicherlich wären genug Anhänger auf den Servern gewesen, um sich die Stahlfäuste um die Ohren zu hauen. Der Langzeitspielspaß ist durch das Fehlen solcher Spielmodi ein wenig gefährdet. Aber die Kampagnen bieten für Einzelspieler genug Spielspaß und man kann sich mal wieder so richtig austoben.

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